Von Gotisch bis Futuristisch – oder – Vier Tage in Valencia (#1)

Jetzt mitten in der Ferienzeit finde ich endlich die Zeit euch von der Städtereise, die ich mit meiner Freundin Annette im Juni gemacht habe, in Wort und Bild zu berichten.

Unser Ziel war Valencia.

Als meine Freundin letztes Jahr (nach einem Besuch der Stadt mit ihrem Mann) vorschlug, unsere alljährliche gemeinsame Reise dorthin zu machen, sagte mir die Stadt zunächst nicht so wirklich viel.
Ja, ich musste erst mal nachschauen, wo denn Valencia genau liegt.
Ich kenne mich in Spanien nicht gut aus, denn außer Barcelona gehörte dieses Mittelmeerland bisher nicht zu meinen Reisezielen.
Wer hier regelmässig liest, weiß, dass wir absolute Fans von Griechenland, genauer den Kykladen und noch konkreter Santorini sind.

Nun gut, also Valencia!

Liegt viel südlicher als Barcelona, aber auch an der spanischen Ostküste, ungefähr auf der Höhe von Mallorca und ist Spaniens drittgrößte Stadt.

Von meiner Freundin wusste ich, dass es eine schöne Altstadt gibt, einen tollen Park, der in einem alten Flussbett liegt, eine „Museumsmeile“ mit futuristischen Gebäuden und alles eine Nummer kleiner als in Barcelona ist.

Hörte sich gut an und wir haben also Flüge und Hotel gebucht.

Und dann, dann habe ich mich wirklich in Valencia verliebt.

Ich habe länger überlegt, wie ich jemandem, dem Valencia auch nicht so viel sagt diese vielfältige und abwechslungsreiche Stadt nahebringen kann und habe mich entschieden unsere Tage nicht chronologisch vorzustellen, denn teilweise haben wir Orte mehrmals besucht, bzw. sind an ihnen häufiger vorbeigekommen. Da macht es mehr Sinn, Gesehenes und Erlebtes nach Zonen zu zeigen.

Der Fluss-Park Turia

Wenn ihr fragt, was für mich die Highlights in Valencia waren, so ist das wirklich schwer zu entscheiden.
Aber der Turia-Park hat mich schon sehr begeistert.

Das grüne Band zieht sich über mehr als 8 km durch die Stadt, überspannt von zahlreichen alten und neuen Brücken.

Es handelt sich bei dem Park um das alte Flussbett des Turia, das nach wiederholten Flutkathastrophen, der letzten und tragischsten 1957, in den 60ziger Jahren umgeleitet wurde. ( Hier gibt es sehr interessante Informationen dazu. )

In den 80zigern wurde dann entschieden im trockenen Flussbett einen Park anzulegen, nachdem tatsächlich darüber nachgedacht worden war, dort eine Autobahn zu bauen.

Gut, dass sich die Valencianer (heißen die Einwohner so?) da durchgesetzt haben, denn dieser Park ist wunderschön, die grüne Lunge der Stadt, ideal zum Spazierengehen und Radfahren. Dort gibt es Sportplätze, die grandiose, architektonisch spannende Stadt der Künste und der Wissenscheft, „Ciutat de les Arts i les Ciències“, Wiesen unter schattenspendenden exotischen Bäumen, jede Menge Orangenbäume und breite Fuß- und Radwege.

Nicht nur Touristen, auch die Einheimischen nutzen diese grüne Band durch ihre Stadt. Sie machten dort Picknick, feierten Kindergeburtstage, machten Yoga unter Bäumen und joggten natürlich. Nicht zu vergessen, dass man dort super Radfahren kann.

Man fährt kilometerlang durch die abwechslungsreichen Grünanlagen und kann so fast bis ans Meer gelangen. (Da muss man dann noch ein paar kleine Schlenker machen, aber den Großteil des Weges folgt man einfach dem alten Flusslauf)


Ciutat Vella, die Altstadt

Valencias Altstadt birgt jede Menge gotische Bauwerke auf kleinstem Raum. Man braucht im inneren Stadtbereich kein öffentliches Verkehrsmittel, denn alles ist wunderbar fussläufig zu erreichen und für weitere Distanzen hatten wir uns zwei Tage Fahrräder geliehen.

Da wir uns bei Städtetripps die Stadt gerne erstmal von oben betrachten, haben wir die Altstadt ganz klassisch durch das Stadttor mit seinen zwei markanten eckigen Türmen, Torres dels Serrans betreten und diese auch bestiegen. So hatten wir zur einen Seite einen tollen Blick über die Altstadt und zur anderen Seite zur Pont dels Serrans, der Brücke die sich über den Turia-Park spannt. (Das Bild dazu seht ihr auf der letzten Bildcollage zum Turia-Park)

Der Kathedrale, ich gebe es zu, haben wir nur einen kurzen Besuch am letzten Tag abgestattet. Sie liegt zentral mit diversen interessanten Gebäuden drumherum und einem stets umlagerten Brunnen.

Sie hat drei Eingänge, jedem in einem anderen Baustil, von romanisch bis barock und ist auch innen sicher sehenswert, wobei wir uns aus Zeitgründen nur den Kapitelsaal rechts vom barocken Tor aus besucht haben.

Denn dort ist der Heilige Gral zu sehen, das Gefäß aus dem Jesus angeblich beim letzten Abendmahl getrunken hat. Er soll demjenigen, der daraus trinkt ewiges Leben schenken (War da nicht mal was bei India Jones? 😉 ) Vielleicht verlängert ja auch Anschauen das Leben schon mal ein wenig.

Durch die Kathedrale zu erreichen, ist auch der Zugang zum Micalet-Turm.

Im Mittelalter stand er frei, heute ist er mit der Kathedrale verbunden.

Über 207 Stufen erreicht man die Aussichtsplattform, der Aufgang ist geregelt durch ein Ampelsystem.

Sprich: Wenn zu viele Leute im Auf-oder Abstieg sind, muss man am anderen Ende warten. Das hat bei uns jeweils 10-15 Minuten gedauert. Das Warten hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, denn der Ausblick von dort oben ist klasse.

Uns hat es gut gefallen, dass wir alle Orte, die wir besucht haben von oben nochmal sehen konnten.

Das kann ich euch nur empfehlen, einen Blick von oben am ersten Tag und von einem anderen Turm zum Abschluss. Das macht’s irgendwie rund.

Ein toller Ort in der Altstadt ist die alte Seidenbörse, ein gotisches Bauwerk, das fast wie ein Palast oder eine Kirche wirkt, besonders der Säulensaal (unten) lässt ermessen, welche Bedeutung der Handel in Valencia hatte.

Im inneren Hof ist ein fast idyllischer Garten mit Orangenbäumen und einem schönen Brunnen.


Die „Stadt der Künste und Wissenschaften“

Einen echten Kontrast zur gotischen Altstadt, bietet das futuristische Viertel CAC ( Ciutat de les Arts i les Ciències ) im östlichen Teil des Turia-Parks.

Die Gebäude stammen fast alle vom valencianischem Stararchitekten Santiago Calatrava.

Ich fand die Mischung aus Gebäuden in strahlendem Weiß mit den freischwebenden Strukturen und den flachen Wasserbecken einfach klasse.

Besonders angetan hatte es mir das L’Umbacle, eine riesige Grünzone unter dieser Wahnsinnsstahlkonstruktion, auf dem Dach eines großen Besucherparkplatzes.

Diese Mischung aus weißem Gebäude, blauem Himmel und grünen Palmen…

Ein Traum!!


Vom Wohnen und Fortbewegen

Unser Hotel Puerta Valencia (Wer mehr davon sehen möchte, der schaue hier. Unbezahlte Werbung!!) war modern eingerichtet, wirklich geräumig, mit zu öffnendem Fenster, sehr sauber und es gab ein leckeres Frühstücksbuffet.

Das Preis-Leistungsverhältnis war prima, die Straße war wochentags und nachts allerdings schon sehr befahren, aber da wir auch zwei Wochenendtage in Valencia waren, hielt sich die Geräuschkulisse dann des Nachts im Rahmen.

Unser Hotel lag östlich vom Turia-Park und war ein guter Ausgangspunkt, um sich von dort aus in beide Richtungen durch den Park zu bewegen und damit sowohl in die Altstadt, als auch in andere Stadtteile zu gelangen, ….

…sowohl zu Fuß, als auch mit dem Rad. Wir hatten uns zwei Tage über unser Hotel Fahrräder geliehen, was pro Tag 15€ kostete und den Vorteil hatte, dass sie dort nachts sicher in der Tiefgarage stehen konnten.

Radfahren ist in Valencia, nach kurzer Eingewöhnungszeit selbst in der Innenstadt recht einfach, wenn man mal davon absieht, dass die zahlreichen E-Roller-Fahrer ein irres Tempo an den Tag legen und links und rechts an einem vorbeihuschen. Auch muss man im Verkehrgewühl erst mal merken, das der Radweg auf der anderen, linken Seite für beide Fahrtrichtungen gilt. Aber das hat uns ein freundlicher Taxifahrer durch wildes Gestikulieren dann auch klargemacht. 😉

Das Fahren im Turia-Park dagegen ist natürlich ein Traum. (s.o.)

Bevor ich euch jetzt ins Diaabend-Koma versetze, beende ich meinen heutigen Valencia-Reisebericht mit einem kleinen Teaser, was in Teil 2 noch kommen wird:

Den Strand La Malva-Rosa mit seiner Strandpromenade Passeig de Neptú
El Cabanyal, das ehemalige Fischerdorf
Das Viertel um Rathaus und den Bahnhof „Estació del Nord“
Und sonst so?

Ich freue mich, wenn ihr auch bei Teil 2 dabei seid und verlinke, weil Reisen mich ja immer glücklich macht diesen Teil mit Kathrins #Sonntagsglück.

Also, habt es nett und seid mir lieb gegrüßt,

3 thoughts on “Von Gotisch bis Futuristisch – oder – Vier Tage in Valencia (#1)

  1. Wir waren letzten Sommer auf Stippvisite in Valencia und sind auch mit dem Fahrrad durch die Stadt geradelt. Ich fand das futuristische Vierte CAC auch mega-genial und wunderschön. Besonders gefiel mir auch die Markthalle und die Gassen drumherum. Valencia ist eine tolle Stadt! ♥
    Viele Grüße
    Anni

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Monika, die Bilder sind wirklich toll. Wir haben ja sehr viel gesehen in Valencia. Am liebsten würde ich morgen wieder hin fliegen. Dein Reisebericht ist sehr schön geschrieben. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
    Liebe Grüße
    Annette

    Gefällt 1 Person

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