#Sonntagsglück – oder – Kölner Kulturwochenende

Ich bin einfach noch nicht eher dazu gekommen, mein Kölner Kulturwochenende in Bildern und Worten zusammenzustellen und hier vorzustellen.

Das Sichten der Fotos, Zusammenstellen von Collagen und Schreiben von kurzen Informationen habe ich gestern, an einem verregneten Samstag endlich nachgeholt.

Darum kann ich es heute auch bei Katrins Linkparty #Sonntagsglück einstellen.

Wer mich kennt oder öfter hier liest, weiß, dass Reisen und Unterwegssein für mich immer ein großes Glück sind, darum passt es doch prima rein.

Und in erster Linie verfasse ich diese Reiseberichte auch für mich, als eine Art Tagebuch, nur halt öffentlich einsehbar. Umso schöner, wenn es den ein oder anderen auch interessiert.

Wie des öfteren in den letzten Jahren habe ich rund um die Lange Nacht der Museen am 3. November mit zwei Freundinnen ein Wochenende in Köln verbracht.Nach der Anreise und dem obligatorischen ersten Blick auf den Dom, haben wir uns aber recht schnell vom Mainstream verabschiedet und sind nach Ehrenfeld gefahren.

Wir hatten beschlossen, uns bei einer öffentlichen Führung die Zentralmoschee anzuschauen. Nach den Ereignissen rund um die Eröffnung durch Erdogan, wo weder Vertreter der Stadt, noch der Architekt vertreten waren, wollten wir uns zumindest von dem Gebäude einen eigenen Eindruck machen.

Ich bin einfach zu wenig informiert, was die Geschichte rund um den Bau der Moschee und die kritische Auseinandersetzung mit der DITIP betrifft, deshalb möchte ich hier nur sagen, dass ich das Gebäude und vor allem den Gebetsraum aus architektonischer Sicht ansprechend, offen und transparent finde.

Die Führung durch den Theologen (der DITIP) muss man aber eher kritisch sehen, da wurden Nachfragen wortreich übergangen und ich hatte ein wenig das Gefühl einer leichten Gehirnwäsche.

Was wirklich schade ist, denn wie gesagt, der Gebetsraum wirkt mit seinen großen Fensterflächen sehr offen und einsehbar.

Das ist meine subjektive Meinung, die sich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung in der knappen Stunde, die ich in dem Gebäude verbracht habe, gebildet hat.

Am frühen Abend hatten wir uns einen Tisch im NENI reserviert. Dies ist eine kleine Restaurantkette der Familie Molcho, die ich schon aus Wien und Berlin kenne.

In Köln ist das Restaurant mit der orientalischen Crossover-Küche im obersten Stock des 25hour-Hotels The Circle beheimatet.

Man gelangt durch die schräg weltraumlastig dekorierte Lobby des Hotels per Aufzug nach oben, hat einen tollen Blick auf den Dom und wir haben dort sehr lecker gegessen. (Müßig zu erwähnen, dass ich selber bezahlt habe und dies keine offizielle Werbung ist)

Der Abend endete dann mit einer Nachtwächtertour durch die Kölner Altstadt. Dies war ein Geschenk, dass ich einer Freundin zu ihrem Geburtstag im Sommer gemacht habe.

Unser Nachtwächter war recht deftig, war er doch in die Rolle des Henkersohnes geschlüpft. Hatte man sich erst einmal an die hart, aber herzliche Ansprache gewöhnt, so konnte man die vielen Geschichten und Anekdoten auf dem Gang genießen.

Der rauhe Charme des Köbes schloß sich dann nahtlos an, als wir uns zu einem Absacker-Kölsch einfanden.

Am nächsten Tag haben wir uns unter anderem nochmal Richtung Ehrenfeld aufgemacht, weil wir dort eigentlich den jüdischen Friedhof besuchen wollten.

Das Schabbat war wussten wir natürlich, aber das der Friedhof somit geschlossen war, hatten wir nicht erwartet.

Aber auf der Fahrt dorthin waren wir am Westfriedhof vorbeigekommen, also beschlossen wir an seiner Haltestelle auszusteigen und einen kurzen Rundgang zu machen.

Schon sehr nah am Eingang fielen uns die prachtvollen Grabstätten der Sinti und Roma auf. Vor einem solchen Grab hatte sich eine Reihe von Menschen versammelt, einen Tisch mit Speisen und Getränken aufgebaut und warteten augenscheinlich auf noch weitere Teilnehmer. Aus Pietätsgründen haben wir das natürlich nicht fotografiert und die Menschen auch nicht angesprochen.

Wir ließen uns danach noch ein wenig durch Ehrenfeld treiben, haben in einem Cafe in Skandi-Stil, Zeit für Brot, wunderbar frisches Gebäck gegessen und was warmes getrunken.

So gestärkt und bei herrlich blauem Himmel haben wir uns dann zum Rheinauhafen begeben und sind vorbei am Schokoladenmuseum am Rhein entlang bis zu den Kranhäusern gegangen.

Da wir uns vor der Museumsnacht unbedingt noch stärken wollten, kehrten wir im Bona‘ Me ein, einem türkischen Lokal mit Stationsprinzip. Zwar eine Kette, aber mit recht authentischen Speisen im modernen Ambiente.

So war mein Meze-Teller sehr, sehr lecker.

Die Gebäudefotos sind in der Umgebung des Rheinauhafens entstanden.

Die lange Nacht der Museen begann um 19h, für uns mit einer recht langen Schlange am Museum Ludwig, obwohl wir uns die Tickets schon am Morgen in der Touristeninfo besorgt hatten. Die mussten aber noch in Bänder umgetauscht werden.

Da wären zwei Schlangen, eine für Kartenbesitzer und eine für solche die noch eine erwerben müssen, sicher hilfreich gewesen. (Achtung: Ironie 😉 )

Na gut, tolle Aktionen ziehen natürlich auch viele Leute an.

Irgendwann waren wir dann auch drin und haben uns die Sonderausstellung über Gabriele Münter und Teile der Dauerausstellung angeschaut.

Dann besuchten wir den weniger bekannten Lern-und Gedenkort Jawne. Dort spielte ein Pianist Kompositionen des jüdischen Komponisten Erich Korngold, der nach seiner Immigration in Hollywood ein bekannter Filmkomponist wurde. Aber auch die Dauerausstellung über den Direktor Klibansky und seine Schule ist sehr empfehlenswert.

An einigen Stationen, die wir anliefen, waren allerdings schon vor dem Eingang enorme Schlangen, so dass wir es gar nicht erst versuchten hineinzukommen.

Gegen 23.30h besuchten wir dann das Rautenstrauch-Joest-Museum, und dort die aktuelle Ausstellung Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode

Sehr sehenswert, wenn auch keine leichte Kost für die fortgeschrittene Uhrzeit.

Mein Fazit der Museumsnacht:

Die Besucherzahl scheint von Jahr zu Jahr anzusteigen, sodass es mancherorts sehr überfüllt ist. Am besten ist es sich wirklich zwei, drei Orte auszusuchen, da ist weniger doch mehr. Nichtsdestotrotz ein tolles Ereignis!!

Die Nacht war dann recht kurz, aber wir waren ja auch nicht zum Schlafen in Köln.

Apropos Schlafen: Wir haben traditionell in der Deutzer Jugendherberge im Dreierzimmer geschlafen.

Für den Vormittag hatten wir uns schon vortags Karten für den TimeRide am Alter Markt besorgt.

(Auch dies war ein Geburtstagsgeschenk für meine Freundin.)

Dort kann man mittels VR-Brille in einer historischen Straßenbahn sitzend, eine Zeitreise durch Köln in der Kaiserzeit machen.

Wirklich gut und anschaulich gemacht.

Dann unternahmen wir einen zweiten Versuch den jüdischen Friedhof in Bocklemünd zu besuchen. Diesmal erfolgreich.Nähere Informationen gönnt ihr auf der Internetseite finden.

Ich finde, das Friedhöfe (egal welcher Konfession) immer eine ganz besondere, eigene Atmosphäre haben und deshalb besuche ich sie weltweit gerne.

Meine Freundinnen sehen das genauso, so dass wir alle drei es als Bereicherung empfunden haben beide Orte aufzusuchen.

Leider war es relativ frisch und recht feucht, was meine, am Samstag angefangene Heiserkeit noch einmal ordentlich verschlimmert hat, und ehrlich gesagt laboriere ich immer noch, oder schon wieder mit einer Erkältung.

Aber ich habe nichts bereut von unserem Kölntripp.

Wir haben für die zweieinhalb Tage wirklich viel gemacht, oh Mann, das fällt mir jetzt beim Schreiben noch mal auf.

Wir hatten viel Spaß, haben lecker gegessen, und es hat sich mal wieder bewiesen, dass die schönsten Geburtstagsgeschenke, die sind, Zeit miteinander zu verbringen.

Kurz vorm Dunkelwerden kam die Sonne nochmal durch, um dann einen schönen Sonnenuntergang hinzulegen.

Und da trennten sich unsere Wege und wir traten per Zug unsere Heimwege an.

Respekt, wenn ihr bis hier gelesen habt!!

Obwohl Köln nicht mal eine Stunde von meinem Zuhause weg ist, fühlten sich die Tage dort wie ein Kurzurlaub an, zugegeben kein Erholungsurlaub, aber einer mit viel Kultur.

Nun seid mir lieb gegrüßt und habt es nett,

2 thoughts on “#Sonntagsglück – oder – Kölner Kulturwochenende

  1. Also ich hätte da nicht mithalten können… Chapeau! Museumsnacht ist auch wegen des Massenandrangs schon lange nicht mehr mein Ding. Dass du auch noch zweimal auf dem Westfriedhof warst – da hätte ich auch keinen Nerv mehr gehabt. Zum Glück kenne ich das ja alles….
    Einen schönen Sonntag!
    Astrid

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  2. Hallo Monika,
    das war wirklich ein strammes Programm.
    Ich besuche Köln auch immer wieder gerne, allerdings bleibt die Kultur meist auf der Strecke, denn es macht mir mehr Spaß, das in Gesellschaft und sich darüber austauschend zu machen…..
    Friedhöfe faszinieren mich, wenn sie Ausdruck der Beerdigungskultur vor Ort sind.
    Darum musste für mich in Paris auch unbedingt der Besuch auf Père Lachaise sein.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche – liebe Grüße
    Gudrun

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