Back to the Seventies – oder – Der Pudding mit dem Eselchen

Letztens beim Essen mit Freunden, alle Ü-50 ;-), hatte meine Freundin als Nachtisch eine Quarkspeise mit einem Topping aus etwas angedicktem Orangen/Zitronencreme gemacht.

Und da war sie auf einmal: Die Erinnerung an einen Geschmack aus der Kindheit! Ein Nachtisch, zitronig sauer, quietschgelb und lecker!
Das große Überlegen begann: „Wie hieß der Pudding denn noch?“… „Da war ein Eselchen auf dem Paket.“… „Irgendwas mit M…, Malaga, ..oder?“…
„Ne, aber so ähnlich, hm…

majala!

Ja genau, der Pudding mit dem Eselchen, Majala Traumcreme.
Zack, da kehrten Bilder und Erinnerungen aus den Sechzigern und Siebzigern zurück und fast konnte ich ihn schmecken.

Es ließ mich dann nicht los und dann musste ich feststellen, im Supermarkt gibt es die Packung mit dem Eselchen definitiv nicht mehr. Aber wofür hat man denn die ganze Welt im kleinen iPad?

Und ich stellte fest, dass auch andere „Kinder“ der 60er und 70er, sich Gedanken über dieses Relikt ihrer ersten Essenerinnerungen machten, was so weit ging, dass sogar jemand versucht hat, eine Zitronencreme a‘ la Majala nachzukochen; hier findet ihr die Seite.

Ich beschloß also: „Das probier ich auch mal aus!“ Ich hielt mich dabei, bis auf ein Detail an das Rezept von der Chefkoch-Seite.

Zutaten:

  • 150 g Zucker
  • 50 g Stärkemehl
  • 400 ml Wasser
  • 2 Zitronen
  • 2 Eier (Größe M)
  • 1 Blatt Gelantine
  • 1 Päckchen Citroback (im „Original“-Rezept war ein 1/4 Fläschchen Zitronenaroma angegeben)

+ Die Zitronen auspressen und das Gelantineblatt darin einweichen.
+ Die Eier trennen,
+ das Eiweiß steif schlagen,
+ das Stärkemehl mit 4 EL vom Wasser, dem Citroback (alternativ Zitronenaroma) und den Eigelb verrühren.

+ Das Wasser mit dem Zucker zum Kochen bringen,
+ den Topf vom Herd nehmen und die angerührte Stärke/Eigelb- Mischung unterrühren und unter stetem (!) Rühren kurz aufkochen lassen.
+ Den Topf wieder vom Herd nehmen und den Zitronensaft mit der Gelantine zugeben und rühren, bis sich die Gelantine völlig gelöst hat, aber nicht mehr kochen lassen.

+ Das steif geschlagene Eiweiß mit dem Schneebesen unterrühren.

+ Den Pudding in eine große Schale oder kleine Gläser, u.ä. füllen und zwei Stunden kaltstellen.

Uuunnd??

Schmeckte es wie der Eselchen-Pudding meiner/unserer Kindheit?

Im Prinzip, schon! Es war schon  sehr  lecker!!

Nur hatte ich die Creme am Abend vor unserem Essen mit Freunden zubereitet und das waren deutlich mehr als zwei Stunden. 😉  Und so war der Geschmack dem  der Majala-Creme schon sehr ähnlich, allerdings war die Konsistenz eher schnittfest, wie Pudding und ich hatte ihn recht cremig in Erinnerung.

Ich werde diesen Nachtisch auf jeden Fall noch einmal ausprobieren und dann wirklich nur zwei Stunden vor dem Verzehr.
Oder ich lasse das eine Blatt Gelantine weg und schaue mal, ob das Andicken mit der Stärke und dem Eigelb ausreicht.

Ich werde euch berichten! 😉

Am Ende dieses posts findet ihr das Update!

Bin ja mal gespannt, ob der ein oder andere bei diesem post sentimental seufzt,“Ach ja!“ oder ob auch die „Kinder“ der 80er und 90er dies Zitronenpudding-Rezept mal ausprobieren möchten.
Wie dem auch sei, lasst es euch schmecken und ich würde mich über Erfahrungsberichte echt freuen.

Habt es nett und morgen einen schönen Start in eine neue Woche,

LG

Monika

 

 

 

PS:~~~~~~~~~~~~~~U~P~D~A~T~E~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

 

Wie versprochen habe ich den Majala-Pudding noch mal probiert, bzw. erst nochmal gekocht und dann verspeist.
Ich habe diesmal das EINE  Blatt Gelantine WEGGELASSEN und das Eiweiß wirklich erst ganz kurz vor’m Drunterheben steifgeschlagen.
Und was soll ich sagen:
Ja, das ist sie, die Majala-Traumcreme meiner Kindheit, cremig, fluffig, zitronig.

Majala-update

28 thoughts on “Back to the Seventies – oder – Der Pudding mit dem Eselchen

  1. Jaaaaaaaaa!
    Was für eine Erinnerung – wenn wir Kinder gekonnt hätten, hätten wir das als Hauptgericht bestimmt.
    Ich glaube, dass es mir heute zu künstlich schmecken würde.
    Und es war die Speise, mit der ich begonnen habe kochen zu lernen.
    Liebe Grüße
    Gudrun

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  2. Hallo Monika,
    vielen Dank für das Posting dieser köstlichen Rezeptur ! Ich war damals traurig, als plötzlich „Majala-Traumcreme“ nicht mehr erhältlich war. Der Hersteller selbst hat mir damals noch einen Rest-Karton Nussgeschmack geliefert. Ich war ganz verrückt besonders nach dieser Nussversion. Was meinst du, könntest du mir eine Rezeptur für Haselnuss-Creme ala Majala zumailen ? Würde mich sehr freuen !
    Freundliche Grüße
    Gunnar Aeuckens, Helgoland

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  3. Hallöchen,
    wunderbar! Schade, dass der Pudding nicht mehr in der original Verpackung verkauft wird. Aber: Man kann ihn noch unter „RUF“ Zitronenpudding bei K&K käuflich erwerben! Habe es gestest, einfach göttlich. Man muss nur die alte Zubereitungsart in Kopf haben… es ist wirklich 1:1 der selbige Pudding!
    Gruss aus der Tieflandebene nahe Bielefeld

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  4. Ja, den werde ich heute mal ausprobieren. Majala gab es in den Geschmacksrichtungen Zitrone und Orange. In dem Pulver war immer noch eine kleine Gelatinekapsel mit Aroma, die sich im heißen Wasser auflöste.

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  5. Ja, Majala gab es in mindestens zwei anderen Geschmacksrichtungen: In Orange und Kirsche. An Nuss kann ich mich nicht erinnern. Zumindest die Orangeversion schmeckte auch sehr lecker.
    In der Packung waren immer zwei Beutel drin. Ein großer Beutel mit dem Pulver (Stärke und Zucker) und der Gelatinekugel und ein kleiner Beutel mit der Zitronensäure.

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  6. Ja, zuerst gab es den Pudding mit Zitronengeschmack, dann kam Orange oder Mandarine und irgendwann gab es als dritte Sorte den Pudding in Rot, war es nicht Himbeere?

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  7. Nun bin ich glücklich, damit, ein Rezept für den heiß geliebten Pudding meiner Kindheit im Netz zu finden, habe ich ja überhaupt nicht gerechnet.
    Habe mir bis jetzt immer mit der Zitronenspeise von RUF geholfen.
    Werde gleich alle Zutaten besorgen und dann geht’s los. Muss mal schnell meine größte Schüssel raussuchen. :-))))))
    Danke schön und liebe Grüße von Sabine

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  8. Liebe Monika,
    Vielen Dank für das Majala- Rezept. Es war die absolute Lieblingsnachspeise meiner Kindheit und auch in der Schwangerschaft bin ich nachts aufgestanden, um meine Majala- Gelüste zu befriedigen. Super finde ich, dass das Rezept auch ohne Gelatine gelingt. Werde es in den nächsten Tagen ausprobieren.
    1000 Dank!

    Claudia

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  9. wiiiiieee toll, ja auch wir haben in der Familie immer wieder das Thema Majala gehabt. Hatte schon mal eine Mousse mit Limoncello versucht, die nicht annähernd an den Majala Geschmjack reichte. ( auch zu viel Alkohol enthielt)
    Werde das Rezept nacharbeiten, wenn im September meine 81 jährige Mutter nach Frankfurt zu Besuch kommt.
    Die wird Augen machen! Ich kann nur sagen: Danke, danke, danke für s Rezept

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  10. So schön, nun ein Rezept für Majala Zitronencreme zu haben. Ich teilte meine Freude darüber meiner 81 jährigen Mutter mit; wir wollen das Rezept nachkochen, sobald sie mich besucht. Sie hatte damals allerdings den Eischnee jeweils durch geschlagene Sahne ersetzt, was das ganze wohl noch köstlicher machte; Kalorien zählen war damals noch nicht so angesagt. Doch wenn es schon solch eine herrliche Süßspeise sein soll, dann sind die paar Kalorien zusätzlich auch nur zusätzlich köstlich!!!
    Vielleicht lohnenswert mal mit Sahne zu probieren.

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  11. Hi Monika,Du wirst es nicht glauben-ich (Jahrgang 1955) saß gestern mit nennen Mann hier in der Toscana und mir fiel aus irgendeinem Grund der Pudding mit Eselchen ein;den meine Mutter oft gemacht hat. Natürlich kam ich auch erst nicht auf den Namen und heute Abend habe ich dann mal Google befragt knd stoße auf Deine Geschichte und das Rezept.Danke dafür und LG Evelyn

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  12. Sehr schöner Artikel. Ich bin also nicht der Einzige, der sich an alte Dinge erinnert. Als DDR-Kind kannte ich nur die Packung mit dem Plüscheselchen. Die hat meine Omi immer von ihren Reisen „nach drüben“ mitgebracht. Zusammen mit ein, zwei Dosen Nestle Flair. Kennst Du das auch noch?
    Schau mal in mein Miseum. Vielleicht findest Du da auch was interessantes. Moopenheimer.wordpress.com

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  13. Oh ja, das Zeugs war wirklich lecker!
    Da auch ich zu denen gehöre, die das Verschwinden von Majala sehr bedauern, habe ich es – in guter Erinnerung des Procederes – recht erfolgreich geschafft dieses Dessert nachzubasteln.

    Bei dem von Dir zugrunde gelegten Rezept aus dem CK fiel mir auf, dass das Verhältnis Flüssigkeit / Speisestärke etwas aus der Proportion geraten ist.
    2 Zitronen entsprechen ca. 120 ml Flüssigkeit. Zusammen mit 400 ml Wasser sind das dann 520 ml, also ein guter halber Liter. D’accord?
    Bei der Menge sind 40 g Speisestärke schon mehr als ausreichend diese Flüssigkeit zu binden (Die Eigelbe binden ja auch noch zusätzlich).
    Nach meiner bescheidenen Meinung (und praktischen Erfahrung) sind 35 Gramm Stärke bereits genug. Es sei denn, man besteht darauf, einen sehr stichfesten Pudding zu bekommen.
    Die in der Originalpackung enthaltene Gelatinekapsel diente nicht zur Bindung, sondern nur als Träger für das Zitronenaroma. Die Zugabe von Gelatine in der heimischen Küche beim Nachbau ist also überflüssig (aber das hast Du ja bereits selbst festgestellt).
    Statt Citroback oder Aromafläschchen habe ich die abgeriebene Schale der (unbehandelten) Zitronen genommen. Und die nicht ganz unwichtige Prise Salz natürlich.

    Meine Zutatenvariante:

    150 g Zucker
    35 g Stärkemehl
    400 ml Wasser
    2 unbehandelte Zitronen und die abgeriebene Schale davon
    2 Eier (Größe M), getrennt
    1 Prise Salz (in das Eiweiß, vor dem Aufschlagen)

    Lässt man jetzt mal die Nostalgie weg, dann behaupte ich glatt, dass das besser schmeckt als das Original 😉

    Die letzte Frage, wie immer zum Schluss:
    Warum ist dieses Produkt eigentlich so klanglos vom Markt verschwunden?

    Beste Grüße von Hinnerk

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    • Wow, du bist das Thema ja ganz “ wissenschaftlich“ angegangen. Respekt! ;-))
      Nein, im Ernst, toll, dass du hier deine Variante öffentlich machst.
      Ich werde auf jeden Fall, deine Variante auch noch nal probieren.
      Ganz lieben Dank und beste Grüße,
      Monika

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  14. Pingback: Jugendtraumaaufarbeitung mit Smoothies – Feinschmeckerblog

  15. Meine Mutter sagte neulich noch: Weißt du noch als ich dem Papa Pferdchen-Pudding auf den Einkaufszettel geschrieben habe? Er hat den nicht gefunden und dann eine Verkäuferin gefragt, die sich totgelacht hat. Pferdchen-Pudding? Ne, guter Mann. Wir haben hier nichts für Pferde!
    Meine Vater war total sauer, dass meine Mutter ihm SOWAS auf den Zettel geschrieben hat. Wenn wir heute noch davon erzählen, lacht sich meine Mama immer noch kaputt 🙂
    Und jetzt gehts in die Küche zum nachkochen!!! Ich freu mich wie jeck aufs Ergebnis 🙂

    Gefällt 1 Person

  16. Was soll ich sagen… Das Rezept ist fabelhaft!!! Findet meine Mutter übrigens auch 😉 Konnte mir es nicht verkneifen mit einer Portion mit kurz rüberzufahren und sie „blind“ probieren zu lassen.Auch sie ist begeistert.
    Und bei Gelegenheit werde ich mal testen, ob ich meine Tochter (in den 90ern geboren) auch mit dem Pferdchen-Pudding-Virus infizieren kann.
    Im wahrsten Sinne des Wortes war der Tag versüßt. Herzlichen Dank dafür!!!

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